Einengung oder Verschluß der Halsschlagadern

(Fachvokabular: Stenose oder Verschluß der Arteria carotis)

Pro Jahr werden in Deutschland ca. 150.000 Patienten wegen Schlaganfällen im Krankenhaus behandelt.
In bis zu 60% dieser Fälle wird der Schlaganfall durch Engstellen oder Verschlüsse in den zum Gehirn führenden Gefäßen verursacht.
Etwa 40% der Schlaganfälle führen zum Tod des Patienten und sind damit statistisch gesehen die dritthäufigste Todesursache.


Beschwerden

Eine Engstelle in der Halsschlagader kann ohne Beschwerden, also Symptome, bleiben (Stadium 1 der Krankheit). Trotzdem liegt die Schlaganfallrate in diesen Fällen bei ca. 5% jährlich.
Eine symptomatische Enge in der Halsschlagader (Stadium 2 der Krankheit) führt zu neurologischen Ausfallerscheinungen von weniger als 24 Stunden bis zu mehreren Tagen. Die Beschwerden umfassen Sehstörungen, leichte Lähmungserscheinungen oder Sprachschwierigkeiten
Stadium 3 und 4 der Krankheit bezeichnen die Phasen nach einem Schlaganfall mit verschieden schweren oder auch bleibenden neurologischen Ausfallerscheinungen wie z.B. Lähmungen von Armen und Beinen oder Sprachstörungen.


Untersuchungen

Der Patient wird zu seinen Beschwerden und zu Risikofaktoren der Krankheit wie u.a. Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Zuckerkrankheit oder Rauchen befragt. Der Arzt untersucht den Patienten hinsichtlich vorhandener neurologischer Ausfälle.
Die speziellen Untersuchungsverfahren auf dem Weg zur Diagnose sind die Doppleruntersuchung der Halsgefäße und die farbunterstützte Duplex-Sonographie. Zusätzliche apparative Untersuchungsmethoden wie eine Röntgenkontrastmittel-Untersuchung der Gefäße (Angiographie), auch in Kombination mit einer Kernspintomographie (MR-Angiographie), oder eine Computertomographie (CT) des Gehirns können notwendig werden.


Behandlung

Alle Patienten im Stadium 2 der Krankheit mit hochgradiger Enge der Halsschlagader sollten operiert werden, da sonst ein hohes Risiko für einen folgenden Schlaganfall besteht. Bei der Operation wird nach Freilegung des Gefäßes an der rechten oder linken Seite vom Hals das Verschlussmaterial aus dem Gefäß ausgeräumt. Die Operation kann in Vollnarkose, aber auch in örtlicher Betäubung erfolgen.
Bei Patienten im Stadium 1 der Krankheit, also denen ohne Beschwerden, sollte nur bei sehr hochgradigen Engstellen der Halsschlagadern (> 70% des Gefäßdurchmessers) in einem spezialisierten Gefäßzentrum mit niedrigen Komplikationsraten operiert werden.
Im Stadium 3 und 4 der Krankheit, wenn der Schlaganfall also bereits erfolgt ist, wird nur ausnahmsweise unter bestimmten Gegebenheiten operiert.
Eine Alternative zur Operation kann die Ballondehnung der Halsschlagader mit Einlegen eines sog. Stent zum anschließenden Offenhalten des Gefäßes sein; die Anwendungsmöglichkeit und der bessere Nutzen dieser Methode im Vergleich zur Operation für den einzelnen Patienten muss zuvor von den behandelnden Ärzten sorgfältig abgewogen werden.


Nachsorge

Der Patient muss nach einer Operation der Halsschlagader konsequent Aspirin (bzw. ASS oder ein gleichartig wirkendes Medikament) in niedriger Dosis einnehmen.
Im ersten Jahr nach der Operation sollte der Patient zunächst alle 3 Monate Nachkontrollen der Halsgefäße mittels Dopplerverfahren und Duplexsonographie wahrnehmen. Danach reichen jährliche Untersuchungen zur Nachbeobachtung aus.


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