Hämorrhoiden

Ursache/ Entstehung
Die Hämorrhoiden entstehen aus einer Vergrößerung des Schwellkörpers im Analkanal, der für die Feinabdichtung des Enddarmes verantwortlich ist. Erst bei permanenter Vergrößerung des Schwellkörpers kommt es zu Symptomen.
Man teilt die Hämorrhoiden nach ihrer Ausdehnung in Stadien ein:
- Stadium I: äußerlich nicht sicht- oder tastbare Hämorrhoiden
- Stadium II: bei Pressen oder Stuhlgang nach außen vortretende Hämorrhoide, die sich selbst in den Analkanal wieder zurückziehen
- Stadium III: bereits bei leichtem Pressen hervortretende Hämorrhoide

Symptome
Infolge der mangelnden Abdichtungsfunktion kommt es zu einem Reizzustand der analen Haut mit folgendem Jucken und Brennen, gelegentlichem Nässen. Unangenehm ist die fehlende Kontrolle über abgehende Winde. Das Hauptsymptom jedoch sind die typischen, meist den Stuhlgang begleitenden, schmerzlosen dunkelroten Blutungen. Diese Blutungen sistieren von selbst nach kurzer Zeit. Gelegentlich kommt es zu schmerzhaften Blutgerinnseln in einer Hämorrhoide, dann spricht man von einer Analvenenthrombose.

Behandlung
Konservativ
Die Stadien I und II sind konservativ zu behandeln. Hier steht die Stuhlregulierung ggf. eine Gewichtsreduktion im Vordergrund. Lokal aufzutragende Salben können zur Reduktion der Hautirritation beitragen.
Operativ
Häufige anale Blutungen, anhaltendes therapieresistentes Brennen und Jucken und die Bildung von Analvenenthrombosen sprechen für die operative Sanierung der Hämorrhoiden.

Operationsverfahren

Alle Operationsverfahren werden in Allgemeinnarkose (Larynx – Maske) oder in seltenen Ausnahmefällen in Rückenmarksnarkose durchgeführt.

Submucöse Hämorrhoidektomie nach Milligan Morgan:
Hervorluxieren der Hämorrhoidalknoten, Inzision an der Anocutanlinie und Präparation auf der Sphinktermuskulatur bis zur Linea dentata. Dort werden die speisenden Gefäße unterbunden. Die entstehenden Wunden bleiben offen.
Nachbehandlung:
Die frischen Wunden sind im Randgebiet zur Haut schmerzhaft, daher geben wir dem Patienten ausreichend Schmerzmittel mit. Am Folgetag führen wir eine Wundkontrolle durch. Gelegentliche Nachblutungen kommen fast immer selbst zum Stillstand. Sitzbäder oder das Ausduschen des Analbereichs in der ersten Phase unterstützen eine schnelle Abheilung der Wunden. Bei ausgeprägtem Hämorrhoidalleiden ist in seltenen Fällen eine zweite Operation nach ca. 8-12 Wochen erforderlich.

Operation nach Longo:
Bei ausgeprägten Befunden des Stadiums III mit zusätzlichem Vorfall (Prolaps) von Rektumschleimhaut kann ein Operationsverfahren nach Longo sinnvoll sein. Dabei werden die Hämorrhoiden nicht ausgeschnitten, sondern oberhalb davon im Analkanal zirkulär eine Manschette der Rektumschleimhaut. Durch die Raffung / Streckung des Gewebes verändern sich die Abflussverhältnisse, die Hämorrhoiden bilden sich über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten zurück. Wegen des hohen Preises für den bei der Operation benutzten Stapler sollte in der Regel vor der Operation eine Erklärung zur Übernahme dieser Sachkosten von Seiten der Krankenkasse vorliegen.



(C) 2008 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken