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D I E E R W E I T E R U N G D E R B A U C H S C H L A G A D E R (Fachvokabular: Aneurysma der Aorta abdominalis, Bauchaortenaneurysma)
Der Begriff Bauchaortenaneurysma beschreibt eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader. In den allermeisten Fällen liegt dieser erkrankte Abschnitt unterhalb der aus der Bauchschlagader abzweigenden Nierengefäße. Die Ursache für diese Erkrankung ist zumeist eine Arteriosklerose, als eine Verkalkung der Wand der Bauchschlagader. Je größer das Aneurysma wird, desto höher ist die Gefahr, dass das Gefäß zerreißt (Ruptur der Bauchaorta) und damit eine lebensbedrohliche Situation eintritt. Bei Bauchaortenaneurysmen mit 6 cm Querdurchmesser und mehr beträgt die Rupturgefahr bis zu 15% pro Jahr. Männer sind wesentlich häufiger als Frauen von dieser Krankheit betroffen (Verhältnis Männer : Frauen = 9 : 1)
Beschwerden
Etwa 80% aller Menschen mit einem Bauchaortenaneurysma haben keine Beschwerden!! Die Krankheit wird meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauches zur Untersuchung anderer Krankheiten oder auch bei Vorsorgeuntersuchungen gefunden. Beschwerden der Krankheit wie Rückenschmerzen und/oder Bauchschmerzen treten meist dann auf, wenn sich das Aneurysma ausdehnt. Bei einer Ruptur spürt der Patient starke Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und kommt durch den Blutverlust in einen Schockzustand.
Untersuchungen
An erster Stelle der Untersuchungen steht zur Suche nach dieser Krankheit die Sonographie. In Ergänzung erfolgen dann, je nach Fragestellung, auch eine Computertomographie (CT), eine Kernspintomographie (MR) und eine Arteriographie mit Kontrastmittel.
Behandlung
Jeder Patient mit Beschwerden, die auf ein Bauchaortenaneurysma zurückzuführen sind und jeder Patient mit einer Ruptur sollte/muss operiert werden, sofern es sein Gesamtzustand zulässt. Bei den vielen Patienten, die ein Bauchaortenaneurysma ohne Beschwerden haben gilt zur Zeit ein Querdurchmesser des Aneurysma von 4,5 bis 5 cm als Entscheidungswert für eine Operation. Eine Rolle für die Entscheidung zur Operation spielen aber auch die Form der Schlagadererweiterung und die Risiken des Patienten für eine Operation (z.B. Alter) oder für eine Ruptur der Schlagader (z.B. Bluthochdruck, chronische Bronchitis). Bei der Operation wird die erweiterte Schlagader durch ein Implantat ersetzt; je nach Länge des Aneurysma als Rohrprothese oder als Y-Prothese bis zu den Leistengefäßen. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose je nach Fall über einen Bauchschnitt oder auch mittels Einsetzen einer Stentprothese über die Leistengefäße.
Für alle Patienten mit kleinen Aneurysmen, bei denen eine Operation noch nicht nötig ist, muss eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung zum Ausmessen der erweiterten Schlagader stattfinden!
Nachsorge
Im Krankenhaus muss der Patient direkt nach der Operation sehr intensiv überwacht werden. Die Unterbringung auf einer Intensivstation ist oft erforderlich. Nach der Entlassung muss eine regelmäßige und konsequente Kontrolle des Operationsgebietes mittels Ultraschall erfolgen, da sich auch in den angrenzenden Gefäßen neue Erweiterungen ausbilden können. Die konsequente Einnahme von Aspirin in niedriger Dosierung nach der Operation ist üblich.
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